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News & Wissen Warenausgang mit SAP Logistics Management: Integrierte Versandprozesse intelligent steuern

Der Warenausgang ist die Phase, in der logistische Prozesse ihren Abschluss finden und ihre Qualität unmittelbar sichtbar wird. Hier zeigt sich, ob Planungs-, Lager- und Transportaktivitäten im Zusammenspiel erfolgen. Fehlende Transparenz sowie schlecht abgestimmte Prozesse und Schnittstellen führen häufig zu Lieferfehlern und vermeidbarem Mehraufwand. Ein strukturierter Warenausgang ist daher ein zentraler Erfolgsfaktor für Termintreue, Bestandsgenauigkeit und effiziente Abläufe.

SAP Logistics Management verfolgt dabei einen standardisierten und integrierten Ansatz. Lager, Transport und Netzwerk-Kollaboration sind systemseitig intelligent miteinander verzahnt und schaffen eine durchgängige Transparenz entlang des gesamten Prozesses. Das Ergebnis sind vereinfachte Prozesse und eine verbesserte Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die Lösung eignet sich besonders für Unternehmen mit überschaubarer Prozesskomplexität.

In diesem Blogbeitrag werden die Struktur und die zentralen Funktionen des Warenausgangs im SAP Logistics Management vorgestellt und ein kompakter Überblick über Aufbau und Möglichkeiten gegeben.


Autor: Simon Schroeten, Co-Autor: Nico Singh 


SAP Logistics Management auf einen Blick

SAP Logistics Management (LGM) ist eine cloudbasierte Lösung, die Lagerverwaltung und Transportprozesse in einem System zusammenführt. Durch die einfache, transparente und durchgängige Gestaltung eignet sich die Lösung besonders für kleinere und mittelgroße Lagerstrukturen.

Die technische Grundlage bildet die SAP Business Technology Platform (BTP), ergänzt durch eine enge Anbindung an die SAP S/4HANA Cloud Private Edition. Dadurch können zentrale Daten wie Bestellungen oder Lieferungen direkt zwischen ERP und Logistiklösung ausgetauscht werden.

Innerhalb des SAP-Portfolios liegt SAP LGM zwischen dem schlanken SAP Stock Room Management (SRM) und dem funktionsreichen SAP Extended Warehouse Management (EWM). Es adressiert damit Unternehmen, für die SAP EWM zu komplex und Stock Room Management zu eingeschränkt ist.

Warenausgang als zentraler Prozess in der Lagerlogistik

Der Warenausgang ist der letzte physische Prozess innerhalb der Lagerlogistik. Hier wird sichergestellt, dass Waren korrekt kommissioniert, gebucht und termingerecht versendet werden.

Typische Herausforderungen im Warenausgang sind beispielsweise:

  • fehlende Transparenz entlang des Warenausgangsprozesses
  • manuelle oder papierbasierte Prozessschritte im Versandablauf
  • unklare Verantwortlichkeiten
  • Differenzen zwischen den Auftragsvorgaben, der Kommissionierung und dem tatsächlichen Versand

Mit SAP LGM lassen sich Warenausgangsprozesse durchgängig in einer End-to-End-Lösung abbilden und nahtlos in das ERP-System integrieren.

Integration des Warenausgangs in SAP LGM

Die Integration einer Auslieferung beginnt bereits im ERP-System, beispielsweise auf Basis eines Kundenauftrags. Nach der Auftragserfassung wird im ERP eine Auslieferung erzeugt, die alle relevanten Informationen wie Material, Menge, Liefertermin und Lagerort enthält.

Die systemseitige Ansteuerung der Logistiklösung „LGM“ erfolgt dabei über den in der Auslieferung hinterlegten Lagerort. Ist dieser Lagerort dem LGM zugeordnet, wird die Auslieferung automatisch an das angebundene Logistiksystem verteilt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass nur relevante Belege an das entsprechende Lager- bzw. Logistiksystem übergeben werden.

Im LGM wird die Auslieferung anschließend mit identischer Belegnummer als logistischer Bedarf repliziert. Dadurch bleibt die durchgängige Belegreferenz zwischen ERP und Logistiksystem erhalten, was Transparenz und Nachverfolgbarkeit über den gesamten Prozess hinweg gewährleistet.

Versandarten in SAP LGM

Auslieferungen werden aus dem verbundenen SAP S/4HANA-System an SAP Logistics Management verteilt und dort mit identischer Belegnummer als logistischer Bedarf repliziert. Damit bildet die Auslieferung den zentralen Ausgangspunkt für den weiteren Warenausgangsprozess.

Zu den von SAP LGM unterstützten Prozessarten zählen:

  • No Shipping
    Für Auslieferungen, die vollständig innerhalb des Lagers abgewickelt werden und keinen externen Versand erfordern.
  • Parcel
    Für Paketversand über Kurier-, Express- und Paketdienstleister (CEP).
  • LTL (Less Than Truckload)
    Für Teilladungssendungen, die keine aufwendige Transportplanung erfordern und gemeinsam mit anderen Sendungen transportiert werden.
  • Direct LTL
    Für Teilladungen, bei denen der Transport ohne Umladung direkt zum Zielort erfolgt.
  • FTL (Full Truck Load)
    Für Sendungen, die eine komplette LKW-Ladung auslasten und als Direkttransport abgewickelt werden.

Durch diese Differenzierung ermöglicht SAP LGM eine prozessgerechte Abbildung der Versandlogistik und unterstützt eine effiziente Planung, Bündelung und Ausführung von Warenausgängen entlang der gesamten Transportkette.

Individuelle Konfiguration von Versandprozessen

SAP LGM bietet umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Konfiguration von Versand- und Transportszenarien. Über verschiedene Anwendungen lassen sich unter anderem Versandprozesse, Lagerprozesse sowie unterschiedliche Transportparameter flexibel an die jeweiligen Unternehmensanforderungen anpassen.

Beispielsweise können für bestimmte Versandarten wie LTL-Transporte (Less Than Truckload) Konsolidierungsfristen hinterlegt werden, um Sendungen effizient zu bündeln. Ebenso lässt sich definieren, dass für bestimmte Versandprozesse HUs (Handling Units) erforderlich sind. Darüber hinaus können Fahrzeugarten, Druckvorlagen, Frachtausschreibungsvorlagen sowie Abholpläne erstellt und verwaltet werden.

Durch die zentrale Pflege und systemseitige Verzahnung der Einstellungen lassen sich Prozesse einheitlich steuern und nachvollziehbar abbilden. Auf dieser Grundlage können anschließend Ausführungsregeln definiert werden, um Prozessabläufe zu standardisieren und systemgestützt auszuführen.

Versandprozesse automatisieren mithilfe von Ausführungsregeln

Aufbauend auf den vorangegangenen Konfigurationsmöglichkeiten zur Gestaltung von Versand- und Lagerprozessen bietet SAP LGM die Möglichkeit, operative Prozessschritte weiter zu automatisieren. Während die grundlegenden Einstellungen die Rahmenbedingungen und Prozesslogiken definieren, dienen die Ausführungsregeln dazu, diese Vorgaben systemseitig im operativen Ablauf gezielt umzusetzen und zu steuern.

Innerhalb der Ausführungsregeln können sogenannte Regelsätze zur Steuerung angelegt werden. Diese bestehen aus unterschiedlichen Bedingungen und Entscheidungskriterien, die in Regelsätzen hinterlegt werden und je nach Prozessanforderung zur gezielten Steuerung der Abläufe dienen. Dadurch lassen sich komplexe Versand- und Lagerprozesse strukturiert abbilden und zentral verwalten.

Im Rahmen dieser Automatisierung stehen verschiedene Ausführungsregeln zur Verfügung, die zentrale Prozessschritte im Versand- und Lagerumfeld systemseitig steuern:

  • Spediteurermittlung sowie Steuerung von Verarbeitungs- und Konsolidierungsprozessen
  • Ermittlung von Mengeneinheiten und Kostenarten
  • Festlegung von Etiketten- und Frachtausschreibungsvorlagen
  • Steuerung der Druckprozesse für Packarbeitsplätze, Transporte und Lager

Für Unternehmen ergibt sich daraus ein klarer Mehrwert. Versand- und Transportprozesse werden nicht länger manuell gesteuert, sondern folgen klar definierten Regeln und Systemlogiken. Dadurch entstehen standardisierte Abläufe, während gleichzeitig Fehlerquellen reduziert und die Transparenz in der operativen Versandabwicklung erhöht wird.

Darüber hinaus lassen sich Prozesse deutlich skalierbarer gestalten, da zentrale Entscheidungen wie die Spediteurermittlung, die Konsolidierung von Sendungen oder die Drucksteuerung automatisiert und nachvollziehbar direkt im SAP LGM abgebildet werden.

Carrier Kommunikation im SAP Business Network

Die Kollaboration mit Partnern im SAP Logistics Management läuft über das SAP Business Network (SAP LBN). Über diese Plattform werden Netzwerk-Kollaborationen zwischen Verladern und externen Logistikdienstleistern geschaffen und zentral gesteuert. Dabei werden transportrelevante Informationen strukturiert und nahezu in Echtzeit zwischen den beteiligten Partnern ausgetauscht.

Im Kontext des Warenausgangs im SAP Logistics Management erfolgt die operative Zusammenarbeit mit den Carriern direkt über das Netzwerk. Sobald Sendungen für den Transport bereitstehen, können Transportaufträge digital an geeignete Spediteure übermittelt werden. Die Rückmeldungen der Carrier werden systemseitig verarbeitet und in die weitere Transportplanung integriert. Auch die Auswahl und Beauftragung von Transportdienstleistern kann durch definierte Prozesse unterstützt und teilweise automatisiert erfolgen.

Durch diese integrierte digitale Kommunikation im Warenausgang werden Transportentscheidungen transparenter, während gleichzeitig Reaktionszeiten bei kurzfristigen Änderungen oder Kapazitätsengpässen sinken. Insgesamt entsteht eine eng vernetzte, systemgestützte Zusammenarbeit zwischen Verladern und Carriern, die zu einer stabileren und effizienteren Versandabwicklung beiträgt.

Fazit und Ausblick

SAP Logistics Management bietet für den Warenausgang einen durchgängig integrierten Ansatz, der Lager-, Versand- und Transportprozesse miteinander verbindet. Vor allem die einfache Integration in SAP S/4HANA, die regelbasierte Automatisierung von Versandabläufen sowie die digitale Zusammenarbeit mit Transportdienstleistern bilden eine Grundlage für mehr Transparenz und Effizienz entlang des gesamten Warenausgangsprozesses.

Im Hinblick auf die Anwendung ist SAP Logistics Management vor allem auf standardisierte Logistikprozesse ausgelegt. Unternehmen mit sehr komplexen Anforderungen sollten daher prüfen, ob die Lösung langfristig ausreichend flexibel ist und den eigenen Anforderungen gerecht werden kann. Daher liegen die Stärken von SAP LGM weniger in maximaler Prozessflexibilität als vielmehr in der schnellen Einführung, der einfachen Bedienbarkeit und der durchgängigen Integration innerhalb der SAP-Systemlandschaft.

Mit Blick auf die Zukunft gewinnen Automatisierung, die Vernetzung mit Partnern und datenbasierte Auswertungen rasant an Bedeutung. Ein digitaler, standardisierter und vollständig integrierter Warenausgangsprozess wird damit zu einem entscheidenden Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit.

Insgesamt positioniert sich SAP Logistics Management als interessante Lösung für Unternehmen, die ihre Versandprozesse digitalisieren und standardisieren möchten, ohne die Komplexität eines vollumfänglichen Warehouse-Management-Systems in Anspruch nehmen zu müssen.

 

Stand: 9. Juni 2026
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